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Kertsch-Krim (Tag 65-66)

Aktualisiert: 3. Juli 2019

Der „große Tag“ ist gekommen und wir sind pünktlich um 9 Uhr Abfahrbereit wie es am Vorabend hieß. Allerdings fehlt jede Spur von den 3 Herrschaften und wir geben ihnen noch etwas Zeit… Gegen 10 Uhr kommt Timur’s Schwester und meint, dass alle verschlafen haben, sie geht sie mal aufwecken. Dementsprechend verzögert sich die Abfahrt „dezent“ und es müssen die Autos schließlich neu gepackt werden, da doch mehr Zeug mit soll, als in den Minibus von Sergey passt.


Timur bittet auch bei uns mitfahren zu können, da er keinen Platz mehr im Minibus hat, da auch noch die Schwester von Sergey mitkommt plus ihre zwei Kinder und auch der jüngere Sohn von Lemara – Timur‘s Schwester mit an Board ist. Unsere dezente Reisegruppe umfasst also mit uns beiden 10 Menschen+1 Hund, alles ein wenig anders als ursprünglich gedacht, aber so ist das eben bei den Russen.


Wir bekommen allerlei Infos zur Krim während der Autofahrt erzählt, passieren die erst seit einem Jahr offene Brücke auf die Krim (immerhin 28km lang) und erreichen gefühlt nach viiiiieeeeeelen Stunden den ersten „echten“ Stopp, eine Ausgrabungsstätte in Kertsch, die auf einer Anhöhe liegt und eine tolle Aussicht auf die Brücke bietet. Hier treffen wir auch erstmals die Leute aus dem zweiten Auto.



Der nächste Stopp ist bei einer alten Festung bevor es anschließend zu einem Lokal geht, in dem wir typische traditionelle Krim-Kost bekommen. Eine Art frittierter Teig mit Fleischfülle. Schmeckt uns sehr lecker und endlich geht es weiter zum ersehnten Strand.


Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu und im Dunklen Zelte aufstellen finden wir nicht so toll. Den Russen ist es offensichtlich egal, da sie immer noch bei jeder Gelegenheit rum trödeln. Es gibt somit auch noch einen Zwischenstopp beim „rosa See“, wo sich Leute freiwillig im Schlamm sulen da es gesund sein soll – wir verzichten an dieser Stelle dankend und fahren weiter.



Jene Bucht die sie gedacht hatten ist leider mit ziemlich vielen Menschen bevölkert und so geht es weiter. Ursprünglich meinten sie ja, dass es keine Menschen hier gibt. Naja, auch in der zweiten Bucht sind nicht weniger Leute und so wird beschlossen dennoch hier zu bleiben. Auf meine Anmerkung „es sei doch sehr unhöflich, wenn sich einfach mal so 10 Leute zwischen zwei bereits vorhandene Zelte stellen“ wurde ich nur groß angeschaut und bekam die Antwort „wir sind mehr Leute“.


Aha ok, das kann ja was werden. Im Nu sind 3 Zelte aufgestellt, die Markise unseres Autos aufgebaut und da kommt auch schon Sturm auf und es beginnt zu Schütten. SO hatten wir uns das sicher nicht vorgestellt. Da der Wind leider zu stark ist, bauen wir alles im Regen wieder ab und warten alle in den Autos bis der Regen aufhört um einen neuen Versuch zu unternehmen. Christopher und ich sind uns längst nicht mehr sicher, ob das so eine tolle Idee war hier her zu fahren in Begleitung von 8 Russen. Klischees leben hoch.


Doch das Wetter hält, die Markise kann wieder aufgespannt werden und der Griller ist schneller angezündet als wir unser Zelt eingeräumt haben (das wir uns netterweise ausborgen durften). Nach dem mehr als Reichhaltigen Abendessen, das aus Salat, selbst eingelegtem Gemüse, Fleisch, Pilze und co. besteht geht immer wieder jemand schlafen um nach einer Zeit wieder doch wieder am Tisch zu sitzen. Die Lautstärke hält sich aber glücklicherweise in Grenzen und die Nachbarn dürften kein Problem mit unserer Anwesenheit haben. Es wird gegrillt, gelacht, geplaudert, getrunken, getanzt,…und die Nacht wird zum Tag.



In der Früh ist es wie am Abend, immer wieder steht jemand auf, trinkt einen Kaffee, plaudert kurz um dann wieder im Zelt zu verschwinden und nochmal zu schlafen. Irgendwie lustig. Lemara und ich machen uns auf einen kleinen Morgenspaziergang mit Pixel und gehen 3 Buchten ab. Danach gibt es für alle die munter sind ein kleines Frühstück. Heute hat Timur’s Schwester Geburtstag und so beginnen sie bereits in der Früh mit Anstoßen und Feiern. Zu Mittag gibt’s die erste Abkühlung im Meer, es ist angenehm warm und der Strand besteht mehr aus angespülten Muscheln als aus Sand. Natürlich wird auch wieder der Griller angeworfen, da wir noch Unmengen an Essen im Kühlschrank haben und das Frühstück ja auch immer hin schon 2 Stunden her ist ;-). Immer wieder unternehmen wir „Exkursionen“ von einer Bucht zur anderen, spielen Ball oder dösen im Schatten.



Langsam aber sicher möchten wir gerne den Rückweg antreten, da wir nicht genau wissen, wie lange es dauert, die Straße tlw. wirklich schlecht ist und wir das bestimmt nicht bei Dunkelheit fahren wollen. Tja, 8 Menschen die sich nicht hetzen lassen und den Tag voll ausnützen wollen sehen das wohl etwas anders und wir haben unsere liebe Müh‘ doch noch bei Zeiten die Zelte abzubrechen und wieder heim zu fahren. Wir sind genau mit Sonnenuntergang wieder in Anapa gelandet. Nun müssen wir noch alles ausräumen, verstauen und so weiter. Morgen verlassen wir das Schwarze Meer und machen uns Richtung Baltische Staaten auf.

Es war ein unvergesslicher, toller und lustiger Ausflug in einer Konstellation, die wir uns nie erträumen ließen!

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