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Von Murmansk bis St. Petersburg (Tag 31-36)

Aktualisiert: 7. Juni 2019

Wir verlassen Murmansk bei Regen und ca. 4 Grad und fahren Richtung Süden. Bei Kandalakscha machen wir die erste Pause, da soll es ein Steinlabyrinth geben das ca. 4.000 Jahre alt ist. Diese Stadt liegt am Weißen Meer und so schlendern wir anfänglich am Strand entlang bis wir bei einem Felsen im Meer nicht mehr weiter kommen und zum Wanderweg, ein gutes Stück oberhalb des Strandes, hinauf gehen und tlw. klettern müssen. Da es stetig Regnet sind die Felsen nass und rutschig und so die Kletterpartien tlw. anspruchsvoller als erwartet. Am eigentlichen Wanderweg angekommen geht es gemütlicher voran bis wir schließlich wieder am Meer angekommen und das Steinlabyrinth erreichen. Wir sehen uns kurz um und treten dann den Rückweg an, das Wetter lädt leider nicht zum Verweilen ein. Nach etwa 4 Std. sind wir wieder zurück beim Auto. Christopher besteht darauf, dass wir eine „Wanderung“ unternommen haben und nicht nur „spazieren“ gegangen sind ;-).




Im Auto wird’s leider etwas ungemütlich, da wir nasse Kleidung haben, die Heizung immer noch nicht funktioniert und wir mit kaltem Gebläse die Scheibe vor dem Anlaufen bewahren müssen. Nach ca. 1,5 Std Fahrt beschließen wir einen Schlafplatz zu suchen, der auch schnell gefunden ist.


Am nächsten Tag geht’s weiter Richtung Petrosawodsk, die größte Stadt in Karelien und etwa 8 Std. Fahrt liegen vor uns. Das Wetter ist mal wieder Wechselhaft, die Sonne zeigt sich an diesem Tag gar nicht und so passt es eigentlich ganz gut, dass es ein reiner „Fahrtag“ ist. Der Ursprüngliche Schlafplatz über die „IOverlander App“ entpuppt sich nach 30 Min. in der Pampas fahren als nicht geeignet für uns, da dort mittlerweile Häuser stehen. So fahren wir ein Stück weiter, bis zu einer Wiese in der wir nicht versinken uns aber die Gelsen fressen. Wir sind etwa 30 Min. vor Petrosawodsk und für eine Nacht passt es.



Die letzten Kilometer nach Petrosawodsk sind schnell gefahren und wir schlendern etwas durch die Stadt. Christopher will unbedingt in ein Geschäft, wo es Becher und co. aus Birke gibt. Dafür ist diese Gegen bekannt. Wir kaufen ein und fahren nach einem längeren Stopp in einem Café weiter, Richtung Sortavala. Eigentlich wollen wir auf dem Weg nach Sortavala übernachten. Ein vermeintlich schöner Platz entpuppt sich als absolute „Minkerl“-Plage+Gelsen und Pixel findet leider wieder etwas Grausliches zum Wälzen. Also Hund im See baden-sie stinkt erbärmlich. Hätten wir eine Standheizung im Auto, würde sie die Nacht wohl dort verbringen. Wir fahren also weiter, gleich nach Ruskeala, etwas nördlicher als Sortavala, da dort eine schöne Marmorschlucht sein soll. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind in dieser Gegend begrenzt und kurz vor Mitternacht wird es auch dunkel, so dass wir uns relativ nahe zur Straße hinstellen und dort übernachten.


Der nächste Tag beginnt regnerisch und kühl. So wollen wir nicht in einer Schlucht wandern, wir hoffen also auf eine Besserung des Wetters, was auch am frühen Nachmittag eintritt. Also alles zusammenpacken und die paar Kilometer bis zur Marmor Schlucht fahren. Dort angekommen staunen wir nicht schlecht! Es ist wohl das touristischste was wir bis jetzt in Russland gesehen haben! Riesige Parkplätze, große Touristenbusse, viele Menschen in einer sonst eher einsamen Gegend und Souvenir Shops, Cafés und Restaurants nebeneinander. Man muss auch Eintritt für die Schlucht bezahlen. Die Wege erinnern eher an jener einer Parkanlage, die Warnschilder sind notdürftig und in grauenhaftem Englisch übersetzt. Trotzdem ist es ein netter Spaziergang, jeder von uns baut einen „Glückstroll“ aus Steinen und nach 2 Std. sind wir alles tlw. mehrfach abgegangen. Da Pixel in kein Lokal hinein darf fahren wir anschließend weiter.




Nächster größerer Stopp ist St. Petersburg für die Werkstatt.

Die Straßen sind am Westufer des Ladogasees deutlich schlechter als am Ostufer! Die Baustellen sind tlw. ein Wahnsinn, Absicherung? Fehlanzeige. Straße kann man die Wege in den Baustellen auch nicht nennen und so freuen wir uns mehrfach, dass wir ein offroadtaugliches Gespann haben. Die Asphaltstraße endet auch plötzlich im Nirgendwo und vor uns liegen einige Kilometer Gatsch-, Sand-, „irgendwas“Piste. Auch Wasserdurchfahrten sind dabei und wieder freuen wir uns über unser Gespann, dass wir zumindest damit keine Probleme haben und doch halbwegs gut vorankommen.




Nach einigen Stunden erreichen wir dann doch noch St. Petersburg und unseren „Stammcampingplatz“.


Das Auto wird gleich in die Werkstatt gebracht und Piotr lässt es sich mal wieder nicht nehmen, Christopher wieder zum Campingplatz zurück zu bringen. Er erklärt mir kurz den Zeitplan und berichtet stolz, dass er „beschlossen“ hat, dass ich eine Sitzheizung in meine Sitzbank bekomme! Was das geht? Wie soll das funktionieren? Es ist eine alte 2er Sitzbank und in Österreich hat mir jeder erklärt, da kann man keine Sitzheizung einbauen. Piotr kann – die Heizelemente hat er bereits, die Bank kommt raus, Bezug runter, Heizelemente drauf und alles wieder zusammengebaut. Die Standheizung bauen sie ebenfalls ein und ein neuer Wärmetauscher kommt ebenfalls, wenn der Alte nach einer gründlichen Spülung nicht funktionieren sollte. Er meint 3 Nächte in St. Petersburg sollten reichen, damit sie alles einbauen können, nochmal alle Flüssigkeiten checken, den Motor nochmal anschauen ob das Dichtmittel den Haarriss gefüllt hat, und sie uns mit gutem Gewissen weiter fahren lassen können.


Ich hoffe der Zeitplan stimmt und wir können wirklich am 2.6. weiter fahren, dann hoffentlich Richtung Osten.

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