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Woronesch und letzter Abend (Tag 69-70)

Nach der privaten Nachtführung durften wir am nächsten Tag länger schlafen, Dim und Natascha sind sehr leise in der Früh um uns nicht zu wecken. Sobald sie jedoch das erste Lebenszeichen von uns vernimmt beginnt sie auch schon mit der Zubereitung des Frühstücks. In der kurzen Zeit der Morgenrunde mit Pixel hat Natascha alles fertig hergerichtet. Wir bekommen Omelett mit Speck, frisches Gemüse, Brot und frischen Tee. Während wir noch essen verabschiedet sie sich, sie muss zur Arbeit, kommt aber bald wieder und wir können hier bleiben. Wenige Stunden später ist sie wieder zurück und hat Mittagessen für uns dabei, sie macht uns Pelmeni (wir sind zwar noch satt vom Frühstück, aber Widerworte zählen nicht, wie wir bereits wissen. Auch Pixel wird bekocht und bekommt eine riesige Portion Hühnchen mit Buchweizen.

Am frühen Nachmittag ist das Auto fertig und wir werden von Natascha zur Werkstatt gebracht. Leider haben wir am Vortag vergessen zu sagen, dass uns in Dagestan die Lenkstange „raus gesprungen“ ist und die Staubschutzmanschette noch nicht wieder drauf ist. Nach kurzer Besprechung ist klar, das dauert nochmal ca. 40 Minuten. Diese Zeit nützen Natascha und ich für einen Kaffee und einer kleinen Plauderei – wir haben beide den Eindruck einander schon lange zu kennen und Christopher schaut bei der Reparatur zu. Am späten Nachmittag kommen wir dann endlich von Woronesch los (wir haben das Angebot einer zweiten Übernachtung ausgeschlagen). Die zweite Reparatur übrigens durften wir nicht bezahlen. Haben aber brav eine Rechnung erhalten, damit alles seine Ordnung hat :-D.

Wir fahren noch bis das Tageslicht weg ist und übernachten etwa 90km vor Moskau.



Am nächsten Tag geht es relativ früh weiter, wir machen noch einen Stopp bei einem riesigen Supermarkt in Moskau und fahren quasi den gesamten Tag. Etwa 40km vor Welikije Luki finden wir einen Schlafplatz, bauen auf und gehen noch ein paar Schritte mit Pixel. Wir wollten schon in den Wohnwagen und schlafen gehen, als ein Mann mit Kind vorbei kommt und meint, dass der Platz nicht gut ist. Hier lagert Sand für die Straßen im Winter, daher stinkt es teilweise. Wir überlegen kurz, ob wir uns umstellen, aber nein, wir sind eindeutig zu müde und wollen nur noch ins Bett. Da meint der Mann „ich komme gleich wieder“. Keine 10 Minuten später kommt er samt Sohn und zwei kleinen Kindern im Schlepptau mit einem 10L Kanister frisches Brunnenwasser, 2L frische Kuhmilch (von in der Früh), 1L frischer Ziegenmilch (vom Nachmittag), selbst gemachtes Joghurt und Honig. Wow, danke! Auf die Frage, ob wir bezahlen dürfen kam eine verachtende Geste und die Bemerkung „Geschenke“. Ich schaffe es ihnen immerhin jeweils ein Glas Kwas aufzudrängen, alles andere lehnen sie ab. Da kommt auch noch seine Frau angelaufen mit „ein paar Vitaminen“ in den Händen, wir erhalten erntefrische Zucchini und Paprika. Total nett! Sie erklären uns noch mehrfach, dass wir bei Problemen, Einsamkeit und co. jederzeit zu ihrem Haus kommen können. Nach einem Selfie sind sie alle wieder weg.



Noch erstaunt von den vielen tollen Lebensmitteln, wir waren gerade am durchkosten, kommt ein Auto vorbei, hält an und sie preisen uns ihren Honig an. Nach einer Kostprobe steht fest, ja sehr lecker, wir nehmen zwei Gläser, plaudern noch kurz und hoffen, dass wir nun endlich ins Bett können *lol*. Wir sind schon echt müde und Pixel schon ein wenig grantig. Nach dem Honigkauf ist dann endlich Schluss für den Tag und wir schlafen ein.

Es war ein toller letzter Abend in Russland! Wir haben so viel Gastfreundschaft, tolle, lustige und interessante Menschen kennen gelernt. Mit einigen möchten wir gerne Kontakt halten und freuen uns, wenn sie uns vielleicht doch einmal in Österreich besuchen kommen. Uns hat dieses Land jedenfalls tief beeindruckt mit seinen vielen Facetten. Wir haben Unmengen an „G’schichtln“ zu erzählen und werden uns noch ganz lange an diese besondere, alles andere als so geplante Reise erinnern.

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